Blackfacing (oder Blackface) bezeichnet die Praxis, dass sich meist weiße Menschen das Gesicht dunkel schminken, um Schwarze Personen darzustellen, oft verbunden mit übertriebenen, lächerlich machenden Stereotypen. Diese Praxis gilt heute als rassistisch, weil sie Schwarze Menschen entmenschlicht, herabsetzt und alte koloniale und diskriminierende Bilder wiederholt.
Historischer Ursprung
- Blackfacing entstand im 18. und 19. Jahrhundert in den USA in sogenannten Minstrel Shows, in denen weiße Darsteller mit geschwärztem Gesicht und überzeichneten Lippen Karikaturen von versklavten oder Schwarzen Menschen spielten.
- In diesen Shows wurden Schwarze als dumm, faul, kindlich oder lächerlich dargestellt, um ein weißes Publikum zu unterhalten und Sklaverei sowie Rassismus zu verharmlosen.
Warum es problematisch ist
- Blackfacing reproduziert rassistische Stereotype und Machtverhältnisse: Weiße Menschen eignen sich Schwarze Identität als „Kostüm“ an, ohne die Diskriminierung zu erleben, die Schwarze Menschen tatsächlich trifft.
- Viele Schwarze und antirassistische Organisationen sehen Blackfacing daher als Form von Rassismus und Erniedrigung, auch wenn es „nur als Spaß“ oder Tradition gemeint ist.
Heutige Debatten und Beispiele
- Blackfacing wird heute etwa bei Karneval, im Theater, in Comedy-Sendungen oder bei religiösen Bräuchen (z.B. Sternsinger, Heilige Drei Könige) kritisiert, wenn weiße Kinder oder Erwachsene sich schwarz schminken.
- Große Plattformen und Institutionen stufen Blackfacing inzwischen ausdrücklich als problematisch oder als Hassrede ein, weil es Schwarze Menschen als Karikatur darstellt.
Wie respektvoll damit umgehen
- Statt sich „schwarz anzumalen“, empfehlen viele Initiativen:
- Schwarze Rollen mit Schwarzen Menschen zu besetzen oder Kostüme ohne Veränderung der Hautfarbe zu gestalten.
* Bei Traditionen (z.B. Sternsinger) auf schwarze Schminke zu verzichten und Vielfalt anders zu zeigen, etwa über Kleidung, Symbole oder Erzählungen.
